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Engelbert König

Der König von Schwechat

Engelbert König (1884 - 1951)

Für viele ist der Name Engelbert König wohl ein unbeschriebenes Blatt. Eines vorweg: Engelbert König gilt als Begründer der SV Schwechat. Er war es, der unseren Klub im Jahre 1903 unter dem Namen ASK Schwechat aus der Taufe hob.


Wer war nun dieser fußballbegeisterte Mann, der sich als SVS-Gründer bezeichnen darf?

Gewiß, das Jahr 1903 liegt weit zurück und die Anfänge des Fußballsportes in Österreich noch weiter, als dass man diesen Herrn König kennen könnte. Betrachtet man aber dessen Fußball-Biografie, erkennt man, welch interessante Persönlichkeit und welch imposante Eckdaten der Schwechater aufwies.

 

„Er entstammte einer der reichsten Wiener Familien der Vorkriegszeit und hat in Prag die Unterrealschule absolviert.“


Engelbert König, geboren am 18. Oktober 1884, kam aus der Schwechater Feigenkaffeefabriksfamilie König und konnte so auf einen wohlhabenden sozialen Hintergrund verweisen. Deshalb konnte der er auch mit dem Fußballspielen beginnen, obwohl dieser Sport um die Jahrhundertwende von der Öffentlichkeit mehr als belächelt wurde. Während seiner Schulzeit in Prag begann König demnach mit dem Fußballspiel und trat hier dem DFC Germania Prag bei. Als er 1901 wieder nach Wien zurückkehrte, stürmte König für eine Sasion beim Verein Victoria Wien.


Die Schwechater Germania-Mannschaft war ein Team, welches er im Jahre 1903 nicht nur mitbegründet hatte, sondern stets auch als Mäzen unterstützte. „Nichts war ihm zu teuer, um die Germania zu halten und ihr Ansehen zu erhöhen.“ Somit ist die Geschichte des heutigen SV Schwechat untrennbar mit dem Namen König verbunden. Als Engelbert König 19 Jahre alt war, bat er seinen durchaus fortschrittlich denkenden Vater, einen Fußballverein in Schwechat zu gründen und zu unterstützen. Kurzerhand wurde der Allgemeine Sportclub Schwechat aus der Taufe gehoben.


„Am 22. August 1903 genehmigte die k. k. Statthalterei Niederösterreich die vorgelegten Statuten. Sozusagen als Einstandsgeschenk kaufte Eduard König in der Nähe des damaligen Kaiser-Jubiläums-Bades ein 25.000 Quadratmeter großes Kornfeld auf und ließ darauf einen Sportplatz errichten.“


Als der Wiener Fußballpionier Max Leuthe den Schwechater für die damalige österreichische Topadresse Vienna Cricket & Football Club engagierte, begann Engelbert Königs sportlicher Aufschwung. Der linke Flügelflitzer überzeugte seine Teamkollegen und das Publikum mit tollen Leistungen. Fortan war König sowohl bei den sogenannten  Cricketern, als auch im Wiener Auswahlteam kaum wegzudenken. Seine wohl beste Leistung zeigte König im Städtespiel Wien gegen Berlin vom 4. November 1906. Der Cricketer-Spieler erzielte in diesem Spiel allein fünf Tore, am Ende gewann Wien mit 8:1 gegen die Berliner.


„Engelbert König, einer der besten Fußballer, die Oesterreich je hervorgebracht hat, (…) war das Ideal eines Mittelstürmers und verfügte im reichsten Maße über die Fähigkeiten, die auch nach unseren heutigen Ansichten ein Mittelstürmer haben soll: er war ungeheuer kräftig, sehr schnell und besaß in beiden Beinen ein kolossales Schußvermögen.“


Bis 1910 spielte König mit den rot-weiß-roten Fußballpionieren wie Max Leuthe, Rudolf Wagner oder Ludwig Hussak bei den blau-schwarzen Cricketern. Als seine Zeit hier aber beendet war, trat er zum Rivalen W.A.C. (Wiener Athletiksportclub) über, machte eine Auslandstournee mit, um kurz danach beim neugegründeten W.A.F. (Wiener Association Football Club) anzuheuern. Das Engagement bei den Hütteldorfern dauerte nur ein Jahr, denn der Mittelstürmer trat wieder der Germania Schwechat bei.


Danach musste Engelbert König dem Alter Tribut zollen. Im Jahr 1912 absolvierte er sein letztes Länderspiel und im Jänner 1913 erlitt er eine schwere Meniskusverletzung, welche eine lange Behandlungszeit in Anspruch nahm. Nach dem Ersten Weltkrieg war „Bertl“ noch für seine Germania in Schwechat im Einsatz ehe er 1928 ins Ausland ging.


„König, der durch widrige Umstände gezwungen worden war, sich als Fußballer sein Brot zu verdienen“ wanderte in die Schweiz aus und heuerte dort beim Fußballverband in Zürich als „Wanderlehrer für die Zentralschweiz“ an. Sein Engagement hielt aber nicht sehr lange, denn noch im selben Jahr verpflichtete ihn der AC Milan als Trainer nach Italien. Mit den heute so bekannten „Rossoneri“ versuchte der Schwechater Ex-Fußballer Engelbert König in der Serie A für Furore zu sorgen!


Demnächst beleuchten wir auch die Trainerkarriere unseres Vereinsbegründers...


ChSch